Sparen war gestern! Immer Ärger beim Online-Buchen!

Online-Reisebuchungen sind nicht bequem, sondern harte Arbeit!

„Ja oder nein. Raus oder rein mit dem Haken! Wer an der Stelle schon scheitert, sollte das Internet gar nicht anmachen!“, so polarisiert der clevere Geschäftsmann und Werbeträger Reiner Calmund in folgender sehenswerten NDR-Doku „Die Tricks der Reisebranche“ für ein Online-Flugportal…

Doch wer denkfaul und „nur mal eben“ auf die Schnelle seinen Flug oder seine Pauschalreise buchen möchte, zahlt nun mal eben mehr. So wie etwa für die Warteschlange, die man als „Option“ KOSTENLOS dazu bucht oder kostenpflichtig abbestellt…

Wir Internetuser sind alles andere als dumm, wenn die Reiseportale im Internet zu Tricks greifen müssen, die nicht einmal ein erfahrenes Journalistenteam auf den ersten Blick durchschaut.

In die Klickfalle getappt –
Die verflixten 7 größten Tricks und Buchungsfallen

Der 1. Trick „Versteckte Gebühren“

Die obligatorische Beantwortung der Frage: „Sind Sie schon versichert?“ ist mehr als dreist. Man muss auch noch lügen, um Geld zu sparen! Oder es wird sogar mit sprachlichen Mitteln psychischer Druck aufgebaut: „Ich verzichte auf meinen Reiseschutz und übernehme jegliche Haftung“!!!

Eine ebenfalls besonders trickreiche Airline bietet sogenannte „5-Euro-Flüge“, die dann durch Buchungstricks 85 Euro kosten im Beispiel der genannten NDR-Reportage. Die Zusatzversicherung ließ sich gar nicht abstellen in der Hektik vor laufender Kamera.

LÖSUNG: die Auswahloption „nicht buchen“ war im unverdächtigen Menü „Wohnsitz wählen“ – ohne Berücksichtigung der alphabetischen Reihenfolge selbstverständlich – zwischen 2 Ländern versteckt, einfach genial! Ich fühle mich an früheres stundenlanges Herumprobieren bei prä-historischen PC-Textadventures mit Larry Laffer erinnert.

Die Online-Buchung als eine Denksportaufgabe, die sogar unsere (gar nicht so dumme und verzweifelte!) Eltern- und Großelterngeneration geistig fit hält! Wer da mal eben locker alle grünen Bestätigungsflächen anklickt (Merke! ROT, heißt im Internet: ich will Geld sparen!!!), hat mehrere Reisezusatzversicherungen gebucht. Herzlichen Glückwunsch! Damit es nicht zu einfach wird, werden Buchungsvorgänge anscheinend in bestimmten Abständen verändert. Ich amüsiere mich köstlich über so viel Dreistigkeit und destruktiv ausgelebte Kreativität, statt mich zu ärgern…

Der 2. Trick „Blumige Katalogsprache“

Ein Klick zum Traumurlaub! „Zimmer zur Meerseite… aufstrebender Urlaubsort… verkehrsgünstige Lage… touristisch gut erschlossen… zentral gelegen… internationale Atmosphäre… beheizbarer Pool… zweckmäßig eingerichtetes Zimmer… unaufdringlicher Service…“ Kommt Ihnen das bekannt vor? Wer HIER bucht, bekommt Lärm und mangelnden Service quasi schon garantiert …

GEGENMITTEL: Vokabelpauken! Katalogsprache kann man lernen.

Der 3. Trick „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“

Ja aber! „Die bescheißen uns doch auch sonst, wo es nur geht“. Die riesige Baustelle am Urlaubsort trotz gegenteiliger Beschreibungen? Die dreckigen, renovierungsbedürftigen Zimmer? Die langen Wartezeiten am Flughafen mit Kleinkind? Und all die tollen versprochenen Extras, die ich am Urlaubsort nicht vorfinde… „Reklamieren zwecklos“!

GEGENMITTEL: Es gibt Google Earth, es gibt Diskussionsforen im Internet… oder vielleicht könnte man für die schönsten Wochen des Jahres sogar den klassischen gedruckten Hotelführer als Alternative erwägen – auch, wenn dieser Geld kostet? P.S. Reiseangebote im Internet VOR der Reise ausdrucken!

Der 4. Trick „Versuchskaninchen gesucht!“

Testen Sie Ihre Software-Programme oder neuen technischen Geräte gerne, bevor sie „Marktreife“ erlangen? Wenn ja, die Zusatzfrage: Würden Sie dafür auch Ihren Jahresurlaub inklusive Ihr gesamtes Urlaubsbudget opfern? Na also!

Wenn Ihnen ein nicht eingespieltes, chaotisches Serviceteam und Baulärm und Einrichtungen im Hotel, die noch nicht komplett in Betrieb sind egal sind, dann nutzen Sie ruhig „neue“ Angebote ohne Bewertung als „Pionier“…

Der 5. Trick „Direktflüge mit Umwegen“ – oder doch „Non-Stop-Flug“?

Ein sogenannter „Direktflug“ kann Zwischenlandungen haben und sogar Flugzeugwechsel (!) trotz identischer Flugnummer. Auch diese Vokabel sollte sich der Selbstbucher also merken: immer „Non-Stop-Flug“ buchen oder auf konkrete Flugangaben (Abflugzeit? Fluglinie?) VOR der Buchung achten – sonst kann durch nächtlichen Reisezeiten ein ganzer Urlaubstage flöten gehen…

Der 6. Trick „Der 9Live Effekt“

Klingelt’s bei Ihnen noch nicht? Genauso wie ein (ehemaliger!) penetranter Fernsehsender hat auch das WorldWideWeb eine „Umschalttaste“! Wenn mir blinkende Werbebanner suggerieren wollen, dass „nur noch 2 Plätze verfügbar“ seien, um mich zu unbedachten Spontanbuchungen zu drängen? Dann schalte ich schnell weg. Oder soll ich glauben, dass ausgerechnet für mich (!) der letzte freie Platz angeboten wird?

Der 7. Trick „Gleich und gleich vergleicht sich leicht“

Das Beispiel Calmund in der NDR-Reportage wäre solch ein Pseudo-Vergleich. Der Anbieter vergleicht vor allem eigene Unternehmen miteinander. Da können Sie gleich Mediamarkt mit Saturn vergleichen…

GEGENMITTEL: Flüge über Seiten von Reisebüros buchen und Hotels bei (seriösen!) Vermittlern… Cheaptickets, Ebookers, Expedia, Lastminute, Opodo bzw. HRS und Holidaycheck seien hier ohne Gewähr genannt.

Was habe ich aus diesem Artikel gelernt?

FAZIT: Wir kennen das, wenn TV-Reportagen mit gespielter Empörung (quotenfördernde!) Wut- und Verzweiflungsszenen von armen Opfern der Reisebranche zeigen. Diese ganzen negativen Emotionen, in die sich die Befragten in solchen Reportagen gerne hineinsteigern- eigentlich unnötig, wenn ich weniger denkfaul wäre – und bei „kostenlosen“ oder unverschämt günstigen Angeboten weniger gierig! Nochmals: Online-Reisebuchungen sind harte Arbeit!!!

Ich schätze, jeder Zweite wird die eine oder andere „Zusatzoption“ dazu buchen. Aus Versehen, aus Ungeduld oder Bequemlichkeit. Diesen Kunden alleine verdanken wir anderen die günstigen Angebote. Wenn alles einfach und transparent wäre, gäbe es keine Billigportale mehr! Momentan erleben wir einen Umbruch, nachdem der Marktführer mit Seiten wie fluege.de und ab-in-den-Urlaub durch den tragischen Tod der Firmeninhaber in Insolvenz geraten ist. Warten wir mal ab. was sich tut. Eines steht wohl fest: der Kunde muss sich weiterhin stundenlang quälen, um Geld zu sparen. Die Deutsche Bahn hat „erfolgreich“ diesen Standard gesetzt…

 

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